Sonntag, 27. September 2009

Hexenküche

Eine Freundin und ich wollten diese Woche mal ausprobieren, wie man Wolle mit Naturfarben einfärben kann.

Dafür hatten wir eine selbstgeponnene Wolle aus einer gekämmten Wolle:


Eine selbstgesponnene Wolle aus einem Vlies:


Und eine Filzplatte:


Alles noch ein bischen langweilig.

Wir haben dann etliche Bücher durchforstet, bis wir Rezepte gefunden hatten, die uns praktikabel erschienen. Dafür brauchten wir Beizen, nämlich Kalialaun und Weinsäure, und unsere Färbemittel.

Wir haben uns zum Einen für Cochenille entschieden. Das sind Schildläuse, aus denen roter Farbstoff gewonnen werden kann. Die getrocknete Cochenille muß ganz fein zermörsert werden.


Da wir bei unserem Projekt auch einige Kinder dabeihatten, suchten wir auch einen Farbstoff, den alle kennen. Wir haben uns dann für Kamille entschieden. Kamille färbt gelb. Ich muß gestehen, daß ich leichte Bedenken hatte. Ich befürchtete, daß es ein dreckiges gelb geben würde.

In zwei großen Töpfen haben wir dann unsere Wolle gebeizt. Das wird gemacht, damit die Wolle die Farbe besser aufnehmen kann. Mit der Wahl der Beize kann man auch die Farbe beeinflussen. Die Wolle muß etwa eine Stunde lang gekocht werden. Die Wolle wird in dem Sud erhitzt. Würde man Wolle in das kochende Wasser werfen, dann würde die Wolle kaputtgehen. Langsames Erhitzen geht aber gut.

Währenddessen haben wir einen Sud aus den Kamilleblüten gekocht.


Nach der Stunde Beizzeit haben wir in den einen Topf den Kamillesud dazugegeben, in den anderen Topf die zermahlene Cochenille.

Und dann kamen die Farben:


Auch in den Farblösungen mußte die Wolle wieder eine Stunde kochen.

Wir haben die Zeit genutzt, um den Kindern noch ein bischen Wollverarbeitung nahezubringen. Hier probiert ein Mädchen die Karden aus. Mit den Karden werden die Wollfasern in eine Richtung gebracht, so daß ein Vlies entsteht, welches versponnen werden kann.


Mit der Handspindel haben die Kinder dann versucht, Fäden zu spinnen. Zu zweit geht das ganz gut. Ein Kind zupft die Wolle, das andere dreht die Spindel. Mit der Zeit geht das auch alleine ganz gut.


Und dann war die bunte Wolle fertig. Die Filzplatten konnte man richtig auswaschen. Ich hatte die Befürchtung, daß sich ein großer Teil der Farbe auswaschen würde. Aber Pustekuchen, sie blieb drin. Unsere Filzplatten sind richtig gelb und richtig rot geworden.

Die gesponnenen Garne konnte man nur unter fließend Wasser halten. Richtig auswaschen geht nicht, da sonst die Wolle verfilzen würden. Auch hier haben wir die wundervollen Farben bekommen.


Fazit:

Wir sind begeistert.

Es ist einfach unglaublich was da für Farben rausgekommen sind. Bei der Cochenille war ich ja nicht so skeptisch, aber bei der Kamille. Ich hätte nie gedacht, daß das sooooo gelb wird.

Wir werden sicherlich noch einige andere Farbstoffe ausprobieren.

1 Kommentar

Gisela hat gesagt…

Sie ist wunderschön geworden, ich liebe pflanzengefärbte Wolle. Weiterhin viel Spaß beim Experimentieren.

Liebe Grüße
Gisela